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Kämpfen, flüchten oder tot stellen – wie Du vom Überlebensmodus in den Gestaltungsmodus kommst

 

Gehörst Du auch zu den Menschen, die sich durch ihr Leben kämpfen?  Die sich bemühen, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Denen Deiner Umwelt und Deinen eigenen.

Versuchst Du auch, noch mehr Aktivitäten in Deinen Tag zu packen und hast den Anspruch, mögichst gut zu sein, wenn nicht sogar perfekt.

Ich habe es über viele, viele Jahre hinweg getan. Ich habe mich ständig angestrengt, bemüht so gut wie möglich zu sein, versucht durch meine Leistung heraus zu stechen. Und ich habe auch die entsprechenden Erfolge gehabt. Doch es hat seinen Preis gekostet.

Ich wurde immer erschöpfter und musste immer mehr Kraft aufwenden, um meine Ziele zu erreichen. Da wo früher die Ideen nur so sprudelten, stellte sich immer mehr Verkrampftheit ein.

Bis ich mich mit unserem Gehirn beschäftigte, weil ich wissen wollte, warum ich so reagierte wie ich reagierte. Und mir wurde klar, dass mein Gehirn die meiste Zeit im hochfrequenten Betabereich arbeitete. Selbst in Phasen, in denen ich eigentlich nicht arbeitete, war ich angespannt und konnte nicht entspannen.

Meine Gedanken kreisten ständig um Themen, was ich noch zu tun habe, wie ich etwas verbessern könnte, was nicht so gut gelaufen war…..

Dieser Zustand verselbstständigte sich soweit, dass sich dieser Stress als normal anfühlte. Mein Körper hatte sich daran gewöhnt ständig im Kampfmodus zu sein. Denn das ist er, wenn das Gehirn im hochfrequenten Betabereich arbeitet.

Dieser hochfrequente Betabereich ist von der Natur aus eigentlich dafür vorgesehen, sich in Notfallsituationen ausschließlich auf die Gefahr und die entsprechende Lösung zu fokussieren.

Eben in kürzester Zeit die Entscheidung zu treffen zu kämpfen, zu flüchten oder sich tot zu stellen.

Aber sehr viele Menschen erleben dies als Dauerzustand.

Hier eine kleine Erklärung bzgl. unserer Gehirnwellen:

Beta (38 – 15 Hz) sind die Hirnwellen des normalen Wachbewusstseins, der nach außen gerichteten Aufmerksamkeit, des logischen, prüfenden und bewussten Denkens. Die hohen Frequenzen des Betaspektrums werden besonders beobachtet bei innerer Unruhe, Angst, Stress und wenn unser innerer Kommentator oder Kritiker aktiv ist. Sie unterscheiden sich von den niederfrequenten Betawellen, deren Denken klar, wach, aufmerksam und kreativ ist.

Alphawellen (14 – 8 Hz) treten in gelöster, entspannter Grundhaltung, beim Tagträumen und Visualisieren auf (wobei hier alle Sinnesqualitäten gemeint sind; manche Menschen können z.B. Geruchs- oder Tastempfindungen wesentlich intensiver »visualisieren« als innere Bilder). Alphawellen sind das Tor zur Meditation, sie sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bereich in unser Wachbewusstsein gelangen können. Wenn wir so tief meditieren, dass wir nur noch Theta- und Deltawellen, aber keine Alphawellen mehr produzieren, werden wir uns an die Inhalte der Meditation nicht erinnern können. Alpha ist deshalb besonders in Kombination mit anderen Hirnwellen bedeutsam.

Theta (7 – 4 Hz) sind die Wellen des Unterbewussten. Sie kommen besonders im Traum (REM-Schlaf), in der Meditation, bei Gipfelerfahrungen und während kreativer Zustände vor. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Bilder aus dem Theta-Bereich sind oft weniger farbig, manchmal bläulich getönt, vermitteln uns aber meist ein tieferes Gefühl von persönlicher Bedeutung als die lebendigen, bunten Bilder der Alphawellen. Thetawellen allein bleiben unbewusst; erst wenn auch Alphawellen dazukommen, können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder erinnern.

Deltawellen (3 – 0,5 Hz) sind die Hirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Im traumlosen Tiefschlaf, dem erholsamen Teil des Schlafes, produzieren wir ausschließlich Deltawellen. Sie kommen aber auch in Kombination mit anderen Hirnwellen vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Art Radar, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen. Oft verfügen Menschen aus helfenden Berufen über hohe Anteile an Delta, ebenso Menschen mit traumatischen Erfahrungen, die in einem Zustand ständiger Wachsamkeit leben.
http://www.hirnwellen-und-bewusstsein.de/hirnwellen_1.html

Doch welche Auswirkungen hat dies auf uns, wenn wir uns überwiegend im hochfrequenten Betabereich befinden?

1.Wir verbrauchen eine Unmenge an Energie

In diesem Zustand sind alle unsere Systeme dauernd in Alarmbereitschaft. Ständig wittern wir Gefahr, sind in einer stark fokussierten Wahrnehmung. Der Energieverbrauch ist entsprechend groß.

2. Wir erzeugen belastende Gefühle

Unsere überlebensbasierten Gedanken lösen Gefühle wie Wut, Angst, Unsicherheit und Frust aus. Diese Gefühle verstärken die Überlebenshaltung noch. Probleme werden in Anbetracht dieser Gefühle analysiert, Handlungsstrategien entsprechend dieser Analyse entwickelt.

3. Unser Körper reagiert entsprechend unserer Gedanken und Gefühle

Dauerstress beeinträchtig das gesamte Körpersystem und ebnet den Weg für die verschiedensten somatischen Erkrankungen, wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Verdauungsprobleme, Verspannungen und einem geschwächten Immunsystem.

4. Unser hochintelligentes System schützt uns durch das Ziehen der Notbremse

Unser Körper und unsere Psyche geben uns sehr früh Zeichen, dass wir das System überfordern. Es kann mit Nervosität und Schlafstörungen beginnen und wenn wir nicht zuhören und immer weiter und weiter kämpfen, kann sich die Psyche nicht mehr anders zu helfen wissen als mit einer Depression oder einem Burnout die Notbremse zu ziehen.

Die aktuellen Statistiken zeigen leider, dass viel zu viele die Zeichen erst sehr spät wahrnehmen. Laut den Betriebskrankenkassen sind von 2004 bis 2011 die Krankheitstage wegen Burnout um das 18-fache gestiegen.

5. Wir sind nur noch auf das Aussen fokussiert und können die innere Stimme nicht mehr hören.

Neue, kreative Lösungsansätze sind in diesem angespannten Modus nicht möglich, da der Fokus auf das Problem gerichtet ist. Im Notfallzustand wird nur auf die bisherigen Erfahrungen zurückgegriffen. Für neue Lösungsansätze ist hier kein Raum. Auch das Gefühl für unsere tatsächlichen Bedürfnisse geht verloren.

Doch wie kann man dieses Denkmuster verändern?

Dies funktioniert, indem man von der Betawellenebene in die Alphawellenebene wechselt.

Es ist notwendig, die inkohärenten Signale im hochfrequenten Betazustand in kohärente Signale zu verwandeln.

Diese kohärenten Signale senden wir in unserem System aus, wenn wir im Alphawellenzustand sind.

Im folgenden Teil möchte ich Dir 5 Möglichkeiten vorstellen, wie Du vom hochfrequenten Betawellenmodus in den Alphawellenmodus wechseln kannst.

Herzintelligenz-Übung:

Das Herzintelligenz-Programm ist ein wissenschaftlich fundierter, neuer Ansatz, mit dem man rasch Stress, Angst und Sorgen abbauen und Gelassenheit und Leistungsfähigkeit aufbauen kann.

  1. Schritt:  Herzfokus

 Richte Deine Aufmerksamkeit auf Deine Herzregion.                                                       (Du kannst zur Unterstützung Deine Hand über Dein Herz in der Mitte Deiner Brust legen.)

2. Schritt: Herzatmen

Stelle Dir vor, wie Dein Atem durch den Herzberich ein- und ausströmt. Atme langsam und sanft durch Dein Herz ein und leicht durch Dein Herz aus.               (Du kannst bei jedem Atemzug bis 5 zählen). Mach das solange, bis Dein Atem ruhig und gleichmässig fließt und Du einen natürlichen, inneren Rhythmus findest, der sich gut anfühlt.

3. Schritt: Herzgefühl

Erinnere Dich nun beim Herzatmen an ein positives Gefühl.                                   Zum Beispiel Wertschätzung für eine bestimmte Person, oder positive Erinnerung an einen Ort, an dem Du Dich gerne aufhälst oder eine Tätigkeit, die Dir Freude bereitet. Erlebe das positive Gefühl wieder, während Du leicht und rhytmisch durch Dein Herz weiteratmest.


Übung: Mein Paradies

Schieße Deine Augen und atme tief ein und aus. Stelle die bei jedem Atemzug vor. wie Du mit einem Lift die Etagen tiefer hinunter fährst. Stelle Dir nun einen Ort in der Natur vor, der Dir besonders gut gefällt und an dem Du Dich wohl fühlst. Das könnte ein schöner Wald sein, eine Wiese mit vielen Blumen, ein Strand am Meer mit Palmen oder ein Plätzchen am Rande eines klaren Gebirgsbaches. Sieh Dich selbst darin, wie Du glücklich und entspannt bist, betrachte alle Details. Tauche in Dein Paradies richtig ein und bleibe dort ein Weilchen.

Diese Übung beruhigt die linke, zuweilen überaktive Gehirnhälfte und kann mit schönen Traumbildern rasch in den Alpha-Zustand führen.


Übung Augen-Fixation

Fixiere eine Gegenstand, eine Stelle im Raum etwa im 20° Winkel oberhalb der Augen (etwa in Höhe der Nasenwurzel) eine Zeit lang, bis die Augen müde werden.

Dann richte den Blick bei geschlossenen Augen im Geiste auf die Nasenwurzel (das fühlt sich etwas an, als würde man nach oben schielen). Das Gesicht bleibt dabei entspannt.

Blicke weiter nach oben, als wolltest Du durch die Schädeldecke hindurch zur Raumdecke schauen. Das gleicht der Augenbewegung in der Einschlafphase – Du aktivierst somit rasch und automatisch Alpha-Wellen.


Die 3 bis 1 Methode

Anfänglich benötigt man etwas 20 bis 30 Minuten, später nach regelmäßigen Training genügen wenige Minuten, um in einen tiefen Alpha-Zustand zu kommen.

  1. Schritt: Augen-Entspannung: Setze (oder lege) Dich bequem hin, schließe die Augen und drehe sie im ca 20° Winkel leicht nach oben. Werde ganz ruhig.

2. Schritt: Atem und Körper-Entspannung: Einatmen, beim Ausatmen 3-3-3 denken und sich vorstellen. Aufmerksamkeit nacheinander auf folgende Körperteile und deren tiefer Entspannung richten: Kopf, Stirn, Augenlieder, Gesicht, Kehle, Schultern, Brustkorb, Unterleib, Beine mit Schenkel-Knie-Waden, Füße mit Fußsohle-Fersen-Zehen.

3. Schritt: Geistig-seelische Entspannung: Einatmen, beim Ausatmen 2-2-2 denken und sich ein schöne, ruhige Szene vorstellen, z.B. ein Tag am Strand oder ein Sommer-Spaziergang auf einer Wiese oder im Wald.

4. Schritt: Tiefenentspannungs-Countdown: Einatmen, beim Ausatmen 1-1-1 denken und sich vorstellen. Um in einen tieferen Alpha-Zustand zu gelangen, rückwärts von 10 bis 1 zählen und sich bei jeder tieferen Zahl noch mehr entspannen.

5. Schritt: Rückkehr ins Wachbewusstsein: Um wieder ins Wachbewusstsein zu kommen, zähle einfach von 1 bis 5 und öffne bei 5 wieder die Augen. Recke und strecke Dich, bis Du wieder ganz munter bist.


Und zum Schluss habe ich noch eine meiner geführten Meditationen, deren Ziel es ist, Dich zu entspannen und in den Alpha-Zustand zu führen.

Klicke bitte hier, um den download-link zu erhalten.

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Mehr über meine Arbeit erfährst Du unter hier.

Ich wünsche Dir ganz viele entspannte Momente.

Deine Andrea Zimmermann

 

 

 

 

 

 

 

 

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